Open-Air-Kino in der Kulturkate

Lachen in Lübtheen: Hitler als Witzfigur

In 100 Jahren noch werden Autoren über ihn schreiben, werden Schauspieler und Schmierenkomödianten ihn darstellen. Warum? Weil wir verstehen wollen was wir nie verstehen werden. (Dany Levy: „Mein Führer)

27. bis 29. August 2009 jeweils 21 Uhr

Der Große Diktator

The Great Dictator

USA 1940, 124 min, sw, OMU
Restaurierte Fassung von 2004

Darsteller: Charles Chaplin, Jack Oakie, Paulette Goddard, Paul Weigel u.v.a
Buch, Regie, Produzent: Charles Chaplin
Kamera: Karl Struss, Roland Totheroh

 

Die Ähnlichkeit zwischen der Tramp-Figur Chaplins und Adolf Hitler, manifestiert im absurden Schnurrbart, war in den 30er Jahren immer wieder Gegenstand von Karikaturen und Witzen. 1938 greift Chaplin diese Ähnlichkeit auf, um eine Filmsatire auf Grundlage der Verwechslung zwischen dem Diktator Adenoid Hynkel und einem kleinen jüdischen Friseur zu entwickeln. Am 1. September 1939, dem Tag des deutschen Einmarschs in Polen, ist die Drehfassung des Filmskripts fertig, am 9. September beginnen die Dreharbeiten.

Mit Der große Diktator hat Chaplin ein Meisterwerk der Filmgeschichte geschaffen: Eine, wie Eisenstein schrieb, „großartige, vernichtende Satire, dem Sieg des menschlichen Geistes über die Unmenschlichkeit zum Ruhm“.

Chaplins Film hat eine Haltung und ein Ziel: er bezieht Stellung angesichts der unübersehbaren größten Katastrophe der Menschheitsgeschichte.

 

Umfassende Infos auf http://www.der-grosse-diktator.de/

 

Sein oder nicht Sein

To Be Or Not To Be
USA 1942  

Regie: Ernst Lubitsch 

Kamera: Rudolph Maté 

Darsteller: Carole Lombard, Jack Benny, Robert Stack, Felix Bressart, Lionel Atwill, Stanley Ridges, Sig Ruman, Gene Rizzi

 

Der wahrscheinlich beste Film von Ernst Lubitsch ist diese satirische Tragikomödie über eine polnische Theaterschauspielgruppe, die ihre Kostümierung für die Arbeit in der Widerstandsbewegung nutzt. 

Lubitsch gelingt denkbar Schwieriges in dieser erstklassig überlegten Filmgroteske: ein ausgebufftes Zusammenspiel von Komik und Ernst. 
„Die Konstruktion des Films, seine einfach scheinende, tatsächliche unendlich raffinierte Dramaturgie, ist schlechthin meisterhaft. Die Verzahnung der Szenen, ihre aufregende Doppelbödigkeit, die hintergründig pointierten Dialoge, die Charakterisierung der einzelnen Figuren, das alles ist faszinierend klug gemacht.“ (Die Welt)

 

The Producers - „Frühling für Hitler“, 2005

Regie: Susan Stroman 

Drehbuch: Mel Brooks 

Darsteller: Nathan Lane, Matthew Broderick, Uma Thurman, Will Ferrell u.v.a.

 

Der Musical-Produzent Max Bialystock (Nathan Lane) bringt nur noch gigantische Flops auf die Bühnen des Broadways. Finanzieren kann er seine Shows ausschliesslich, indem er sich für ein ganzes Harem grosszügiger Grosis prostituiert. Bis eines Tages der biedere Wirtschaftsprüfer Leo Bloom (Matthew Broderick) beim Buchhalten laut denkt, und merkt, dass auch mit einem Flop und ein paar Steuertricks Geld verdient werden könnte. Sogar mehr als mit einem Hit. Bialystock ist sofort Feuer und Flamme für die Idee. Und so begeben sie sich auf der Suche nach dem schlechtesten Hauptdarsteller und dem schlechtesten Regisseur, für das schlechteste Stück: „Frühling für Hitler“.

Das 2005 entstandene Remake von Mel Brooks schriller Komödie „Frühling für Hitler“ ist nicht nur eine Verhöhnung des Personenkults rund um Hitler, sondern auch eine lustvolle Provokation, in dem es mit allen gängigen Vorurteilen jongliert und nicht zu Letzt die Vereinnahmung Hitlers durch Medien und Showbusiness  mit beißender Ironie thematisiert.