Der Geldkomplex

Von Gräfin Franziska zu Reventlow

bearbeitet, gelesen und gespielt von Charlotta Bjelfvenstam und Christian Kaiser

Ein kurzweiliger und amüsanter Abend zum Thema Geld – all denen gewidmet, deren Gedanken sich immer nur um das eine drehen.

Premiere am 19. November 2011 um 19 Uhr in der Kulturkate

mobile Produktion, weitere Termine auf Anfrage

Was tun wenn die Kredite ausgereizt, die Wohnung gekündigt und die Einrichtung gepfändet ist? Wenn die Gönner einen im Stich lassen und man das herrliche Leben nicht mehr angemessen in Saus und Braus genießen kann? Was wenn immer neue Leute auftauchen, die nur das eine wollen: Geld, Geld, Geld und noch einmal Geld!

 

F. zieht sich in eine exlusive Nervenheilanstalt zurück, um hier in aller Ruhe ihr in Aussicht stehendes Erbe abzuwarten und neue Bekanntschaften zu schließen: ein manischer Investor und spleeniger Bankrotteur, ein versoffener russischer Fürst, eine exaltierte Witwe, ein atheistisches Pastorensöhnchen – und nicht zuletzt zwanzig seekranke Kühe. Zusammen schmiedet man verwegene Pläne um endlich das ganz große Geld zu machen...

 

Sanatorium – ich seh' Dich verständnislos den Kopf schütteln. Ich bin auch nicht nervenkrank, nicht einmal besonders nervös, ich habe nur einen „Geldkomplex“. Es gibt Momente, wo Leute anfangen zu beten. Und es gab einen Moment, wo ich anfing zu rechnen, blind und inbrünstig zu rechnen...

 

Franziska zu Reventlow (1871-1918) litt zeit ihres Lebens an chronischem Geldmangel. Ironisch widmete sie ihren satirischen, mit biographischen Elementen gespickten Roman „der Geldkomplex“ ihren Gläubigern. Fanny Gräfin zu Reventlow, wie sie damals hieß, stammte ursprünglich aus einer norddeutschen, aristokratischen Familie. Schon früh wuchs ein großer Wunsch in ihr: Endlich von zuhause weg und malen! Und die Kunst zum Beruf machen. Allein das  galt in ihren Kreisen schon als anrüchig. Mitten in der piefigen Kaiserzeit begehrte die „Schwabinger Skandalgräfin“ gegen jegliche Moralvorstellung auf und setzte ihre persönliche Freiheit und Eigenständigkeit an oberste Stelle. So war sie nicht nur eine geschiedene Frau mit einem unehelichen Kind, sondern schlug sich alleine in den verschiedensten Berufen durch: Als Schriftstellerin, Übersetzerin, Lehrerin, Glasmalerin, Versicherungsvertreterin, Schauspielerin und wenn gar nichts mehr ging – sogar als Gelegenheitsprostituierte. 

 

Fast hundert Jahre nach seiner Veröffentlichung liest sich „der Geldkomplex“ wie ein ironischer Kommentar zu der „wirtschaftlichen Krisis“ von heute: Jeder Tag bringt neue Hiobsposten von verkrachten Unternehmungen, schurkischen Aufsichtsräten (...), ruinierten Aktionären (...)Man ist beständig von Leuten umringt, die über Hypotheken, Bodenwerte, Aktien, gestohlene Depositen, sichere und unsichere Papiere reden.

 

Es handelt sich um eine mobile Produktion, die ohne technischen Aufwand fast überall gespielt werden kann!

 

 

Der Geldkomplex